Interview mit Manfred Walter

Neben der Diskussion aktueller bibliothekarischer Themen und dem Posten von Informationen zum Fortgang des Projektes oder interessanten Anekdoten, soll der K2Blog im Laufe der Projektlaufzeit den KOBV-Mitgliedsbibliotheken ein Gesicht geben. Im November haben wir dafür Herrn Manfred Walter, Leiter der Hochschulbibliothek der HTW Berlin interviewt.

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Manfred Walter, Leiter der Hochschulbibliothek der HTW Berlin

 

 

Name: Manfred Walter
Position:
Leiter der Hochschulbibliothek
Motto: „Nichts bleibt wie es ist.“
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Überlegungen des IBI-Projektseminars zum regionalen Bezug

Der KOBV ist ein regionaler Verbundkatalog, der die Bestände verschiedener Bibliotheken aus Berlin und Brandenburg vernetzen und zugänglich machen will. Daher ist der regionale Bezug ein wichtiger Aspekt, den die Projektgruppe des IBI als einen der ersten betrachtete.

Die Überlegung eine interaktive Karte einzusetzen, wie es zum Beispiel die World Digital Library macht, wurde schnell verworfen, und der Fokus auf die Verknüpfung der Suche mit einer Karte gelegt, wie es Google und andere Suchmaschinen vormachen. Erste Mockups wurden mit Hilfe der Software Lumzy erstellt, um die entstandenen Ideen auch ohne Programmierkenntnisse visualisieren zu können. Das Mockup zur regionalen Verfügbarkeit können Sie sich hier anschauen: Mockup zur regionalen Verfügbarkeit

Als wichtige Elemente zur Umsetzung des lokalen Bezugs wurden herausgearbeitet:

  • Einfügen des Logos auf allen Seiten, um die Identifikation zu gewährleisten
  • Interaktive Karte z.B. über OpenStreetMap (mit Möglichkeit der Auswahl einer Bibliothek, Anzeigen von Details bei Klick auf Bibliothek in der Karte, z.B. Öffnungszeiten)
  • Möglichkeit der Auswahl/Abwahl eines Standortes durch Facetten
  • Darstellung sollte auf die Bibliothek nicht auf den Buchtitel fokussiert sein
  • Eine Umkreissuche ermöglicht das Kennenlernen von Bibliotheken im persönlichen Umfeld
  • Möglichkeit, einen Bereich als ‚Heimat-Bereich‘ festzulegen zum Beispiel durch IP-Analyse oder Usereingabe eines Ortes oder einer Postleitzahl
  • Möglichkeit der Personalisierung und Speicherung durch Nutzerkonten

Auch der visuelle lokale Bezug auf der Startseite wurde thematisiert. Favorisiert wurde die Silhouette der beiden Bundesländer. Die weitere Umsetzung ist jedoch noch nicht sicher, es gab die Idee, die Silhouette schwach in den Hintergrund der Seite zu legen oder mit (evtl. wechselnden) Bildern von Berlin und Brandenburg zu versehen. Dies wird jedoch voraussichtlich nicht mehr in der IBI-Projektgruppe beraten.

Anwendungsfälle für das neue Portal

Eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung und Optimierung des K2 Portals ist die Identifizierung von Nutzergruppen und deren Anforderungen. Diesbezüglich wurden sogenannte Anwendungsfälle erarbeitet und im Projektseminar diskutiert. Anwendungsfälle oder Use-Cases stellen Nutzerszenarien dar und beschreiben Motiv, Interaktionen und Ergebnisse eines Zugriffes.

Hier ein Beispiel eines Anwendungsfalles:
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Verschiedene Anwendungsfälle wurden im Projektseminar getestet und auf ihre Relevanz für das KOBV-Portal bewertet. Vor allem die so genannte Known-item Suche nach einem bekannten Werk oder Autor wurden von den Studenten als prominentester und wichtigster Use-Case für die Suche im Verbundkatalog eingeschätzt.

Neben der Known-item Suche wurde besonderer Wert auf

  • die Möglichkeit der erweiterten Suche,
  • navigationsbasierter Sucheinstiege über Schlagwörter,
  • der Sortierung von Trefferlisten vor allem nach Verfügbarkeit,
  • der Eingrenzung von Suchergebnissen durch Facetten sowie
  • der Einbindungen von Literaturverwaltungsprogrammen gelegt.

Das neue Portal sollte möglichst eine Schlagwortsuche genauso unterstützen wie ein intuitives Browsing nach regionaler Verfügbarkeit oder Thematik. Eine facettengestütze Suche wäre genauso denkbar, so könnten Suchergebnisse schnell nach Sprache, Erscheinungsjahr oder Region eingegrenzt werden. Facetten sollten je nach Bedarf dazugeschaltet oder auch wieder abgewählt werden können. Zudem war sich die Projektgruppe einig, dass die erweiterte Suche prominenter platziert werden könnte, zum Beispiel durch zuschaltbare Suchschlitze direkt auf der Startseite.

Den Nutzern des neuen KOBV-Portals könnte zudem ein Recommendersystem zur Verfügung gestellt werden, das als Empfehlungsdienst in der Trefferliste auf verwandte Titel zum gesuchten Thema hinweist, unabhängig vom Medientyp. Auch eine Verlinkung zu Kontext-Informationen aus externen Services wie Wikipedia wurde vorgeschlagen. Ein Export von Daten in gängige Literaturverwaltungsprogramme sollte zum Standard des neuen Portals gehören.

Selbstverständlich sollte auch die Suche auf mobilen Endgeräten wie Tablets oder Handys möglich sein. Dabei muss das Portal automatisch erkennen, dass ein Nutzer über ein mobiles Endgerät auf die Seite zugreift und eine entsprechende Anpassung stattfinden. Diese Möglichkeiten wurden bisher im Projektseminar nur am Rande diskutiert und bearbeitet, der Fokus liegt im ersten Schritt auf dem KOBV-Portal für einen computerbasierten Abruf.

KOBV meets IBI – Projektseminar zum neuen KOBV-Portal

In Kooperation mit dem KOBV veranstaltet das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft in diesem Wintersemester ein Projektseminar zur Entwicklung und iterativen Evaluation des K2 Portals. Insgesamt 20 Studenten beschäftigen sich mit der Weiterentwicklung des Portals.

Gegenstand des Seminars ist die nutzerfreundliche Realisation bestehender und neuer Funktionalitäten. Die Studierenden erstellen so genannte Mock-ups mit Vorschlägen zu der Umsetzung von verschiedenen Frontendspezifikationen. Gleichzeitig fungieren die Teilnehmer als Expertengruppe bei der Evaluation des Prototypens.

In regelmäßigen Abständen werden wir Sie hier über unsere Arbeit informieren und freuen uns auf zahlreiche Kommentare!